Von Sprotten und Sauerkraut

Eingetragen bei: Allgemein | 1

 

Sprotte Stine

Schon mal Platt geschnackt?

Ich, meines Zeichens eine Sauerkraut aus dem Voralpenland, hatte schon ein paar Mal die Ehre. Zuerst war ich’s sogar noch selbst! Hab treu und brav bei der Lesung von Mord am Noor die wenigen Worte Platt vorgelesen, die Runa hineingeschrieben hatte.

Was allenthalben für große Erheiterung gesorgt hat.

Gut, seitdem weiß ich, dass Platt nicht meine Sprache ist.

Aber könnt ihr euch vorstellen, wie es meinen fränkisch/oberbayrischen Ohren gegangen ist, als ich vergangenen Freitag in Eckernförde eine Stadtführung auf Platt mitgemacht habe?

Also, ich finde, Dänisch klingt irgendwie ähnlich. Weil man doch zumindest den Sinn versteht, manchmal schiebt sich sogar ein ganz normales Wort dazwischen – und dann plötzlich kommt nur noch ‚Bahnhof‘ an.

Die Sprachmelodie ist interessant. Breit, ziemlich ‚e‘-lastig, und zu meiner Freude nicht so furchtbar schnell. Also, irgendwie kam ich durch.

Museum 8

 Führung auf Platt ist nicht gleich platte Führung!

Aber vielleicht lag das auch daran, dass Stine und Fiete unsere Stadtführer waren – und zumindest Stine wusste, dass sich mit mir eine sogenannte ‚Quitsches‘ unter den Teilnehmern verbarg!

Stine und Fiete sind eine echte Eckernförder Institution! In historische Fischergewänder gekleidet, ausgerüstet mit einem Holzwagen, wie sie früher zum Fischtransport an Land verwendet worden waren (sogar mit Sprotten beladen, aber dazu nachher mehr!), begann die Führung dort, wo die Fischer sich auch heute noch in aller Herrgottsfrüh tummeln: Mitten am Hafen. An der Holzbrücke, um genauer zu sein.

Das ist eine Zugbrücke – und Stines Vater, ein Werftarbeiter, hat die tatsächlich mal kaputt geschippert. Damals, in den frühen Fünfzigerjahren. Seitdem sie repariert wurde (und dabei auch modernisiert), muss sie nicht mehr per Hand hochgekurbelt werden!

Wir kamen prompt in den Genuss, den Motor zu bewundern, denn ein Schiff aus dem Binnenhafen wollte auslaufen. Die Fotos dazu könnt ihr im letzten Blogbeitrag bewundern.

Fischergasse

Vorbei ging die Führung an wundervollen, uralten Fischerhäusern, klein, geduckt, eng. Allerdings für das damals auch schon vorhandene Bedürfnis nach Information ideal mit vorliegenden Fenstern ausgestattet. Für den Rundumblick. Natürlich samt dazugehörenden hohen Fensterbänken zum Bequem-drauf-abstützen. Die ebenfalls obligatorische Bank vor der Haustür war halt nur bei gutem Wetter – und damit selten – nutzbar.

Die Räucherei – der neue Tatort

Unser Ziel war eine historische Fischräucherei, die heute noch zeigt, wovon noch vor wenigen Jahrzehnten Eckernförde geprägt war. Ehe der Tourismus begann und der allgegenwärtige Fischgeruch verschwand.

Sprotte 4

Natürlich kam ich in den Genuss, eine Sprotte zu kosten. Die den traditionellen Weg vom Hafen zur Räucherei ganz brav mitgemacht hatten.

Sprotte 5

Ich danke Fiete an dieser Stelle, so gnädig gewesen zu sein, mir nicht eine ganze Sprotte samt Haut, sondern nur ein sorgfältig filetiertes Stück verabreicht zu haben. Und auch dafür, dass der Küstennebel – mühevoll bei Nacht eingefangen, um den Eckernförder Gästen freie Sicht auf die Bucht zu ermöglichen – verschlossen in meine Heimat mitreisen konnte.

Sprotte 1

Danach sahen wir uns in der Räucherei um – und waren sofort wieder im Krimi angekommen.

Die Stadtführung diente nämlich vor allem Recherchezwecken. Wir brauchen doch für den dritten Teil einen neuen Tatort. Und weil Stine so spannend von der Räucherei erzählt hatte, wollten wir doch mal gucken … Aber seht selbst. Eignet sie sich?

Außerdem mussten wir zukünftige Tatverdächtige auf ihre Eignung abklopfen: Stine, Fiete, oder Piratin Maren? Was meint ihr?

Piratin Louisa