Grimmer geht’s nimmer: Draco Draconis – unsere Neuerscheinung

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Runa und ich neigen dazu, uns um die totaaaal wichtigen Dinge des Lebens ganz besonders viele Gedanken zu machen. Zum Beispiel, wie geht es einer Autorin mit den von ihr erschaffenen Hauptfiguren? Wieviel steckt sie beim Schreiben in den eigenen Text, bzw. anders herum gefragt, erfährt der Leser nur etwas über die erfundenen Figuren oder so ganz nebenbei auch was über die Autorin?
Tja, ehrliche Antwort?
Man liebt sie. Runa und ich zumindest. Unsere Protas sind uns total nah. Weiter

Thriller im Alltag

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Linus, seit fast vier Monaten unser Hund, ist ein richtiger Schlawiner geworden. Oh, er kann sehr brav und lieb sein. Aber eben auch das Gegenteil davon. Erst letztes Wochenende hat er ein Bravourstück geliefert:
Wir sind zu Oma und Opa gefahren. Weite Fahrt, Gepäck. Linus und Yoshi waren superbrav. Als sie erkannten, wohin die Reise ging, waren sie hocherfreut. Oma und Opa verwöhnen die Hunde sehr – und das allerbeste, sie haben selber einen, Teddy, ein totaaal verwöhntes, süßes Schoßhündchen. So weit, so gut.
Zur Begrüßung gabs für sämtliche Hunde Kauknochen, für die Menschen Kaffee und Kuchen. Torte, hm, lecker. Danach abräumen und die übermütig tollenden Hunde in den Garten schicken. Zum austoben.
Während sich die Menschenrunde mit Canasta vergnügte, markierten die Hunde den Garten. Einer nach dem anderen, immer wieder dieselben Stellen, so groß ist der Garten nämlich nicht.
Schließlich reichte es, Yoshi und Teddy wollten wieder rein. Linus, ach nein, der hatte noch Spaß im Garten. Auf dem Gartentisch stand nämlich etwas, was sehr verführerisch roch: Fettgebackenes Vogelfutter.
Wir lachten, als wir den hoch aufgerichteten Hund über die Schüssel gebeugt sahen. Und fotografierten. Hier ist der Beweis:

Linus-frisst-Vogelfutter-mit-Rahmen

Danach holten wir auch das Linus-Vögelchen herein. Und dann – tja, im Trubel muss uns entgangen sein, dass er rasch abhanden gekommen war. Meine Mutter fand ihn, ins Schlafzimmer gesperrt. Wo auch die Kuchen aufbewahrt wurden.
*seufz* Schnell war klar, Linus mag nicht nur Vogelfutter, sondern auch Sahnetorte. Mandarinen-Käse-Sahne, um genauer zu sein. Viel war nicht mehr übrig, der Sonntag würde kuchenlos verbracht werden müssen.
Linus‘ Bauch war mittlerweile eine pralle Trommel, er lag den restlichen Tag überwiegend auf der Seite und atmete schwer. Verständlich, gell?

In der Nacht rächte sich die Völlerei. Es zwickte und zwackte und rumpumperte in seinem Bauch herum. Linus war viel wach. Dann wollte er raus, nein, er musste … Ich war schnell mit ihm im Garten. Wo sich seine Not unerklärlicherweise in Nichts auflöste und ein kreuzfideler Hund herumstreunerte, auf der Suche nach einer weiteren Portion Vogelfutter. War aber nix.
Dafür stand ich dumm da. Im Schlafanzug, mit Hausschuhen, winkend, gestikulierend, um nur ja niemanden aufzuwecken. Aber Linus kam nicht.
Dafür löste er Einbrecheralarm aus.
Was ich nicht wusste: Meine Eltern hatten mittlerweile eine Alarmanlage installiert, die nicht nur das Außenlicht einschaltet, sondern auch laut und durchdringend piepst.
Ratsch ging der Rollo im Schlafzimmer hoch. Ich guckte nur ein bisschen blöd.
Meine Eltern waren ziemlich erschrocken, als sie eine Person in weißem T-Shirt im Garten stehen sahen. Den wahren Verbrecher erblickten sie allerdings nicht. Und sie hörten auch nicht mein verzweifeltes Gezische nach ihm.
Und so bin ich als waschechter, wenn auch etwas leicht bekleideter Einbrecher in die Familienannalen eingegangen.

Übrigens: Meine Eltern wirkten so gar nicht traurig, als wir uns am Sonntag, nach einem sehr kargen Kaffeetrinken, wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Die doppelte Weihnacht!

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Es steht ja wirklich an – und wir heißen nun mal auch so. Also lasst uns von Weihnachten reden. Warum unsere Namen danach lauten, beispielsweise.

Also, daran bin ich schuld. Oder vielmehr mein Vater, denn der betreibt schon seit vielen Jahren genealogische Forschungen.

Das geht ziemlich einfach los, jeder kann das: Wie heißen deine Eltern, wann wurden sie geboren? Antworten klar? Dann die Generation davor: Wie heißen deine Großeltern und wann wurden die geboren? Dabei dürfte es bereits haken, gell?

Bei mir übrigens auch. In der Hinsicht verlasse ich mich ganz auf meinen Vater. Nun, der forscht inzwischen weit entfernt, zeitlich gesehen. Räumlich auch, denn meine Vorfahren haben sich lustig über die Weltkarte bewegt, vor allem über den Osten. Von uns aus gesehen. Also, mein Vater forscht mittlerweile in Generationen, die genetisch oder so kaum mehr was mit mir zu tun haben. Denke ich einfach mal – und daran kann man erkennen, dass mein diesbezügliches Interesse sich eher in Grenzen hält. Mir reicht es echt, wenn ich ab und zu mitkriege, welch seltsame Gestalten sich bei meinen Ahnen tummeln. Also nein, da weiß ich lieber nicht ganz so genau Bescheid, dann muss ich mich auch nicht genieren.

Aber ich komme vom Thema ab, beziehungsweise bin schon viel zu weit in die Vergangenheit gedriftet. Dabei wollte ich doch von Weihnachten erzählen und warum Runa und ich so heißen.

Also, meine Oma hieß so. Mit Mädchennamen. Noel. Elegant französisch Weihnachten bedeutend.
Wobei das auch nur in einer einzigen Quelle so war, die mein Vater gefunden hat. In allen anderen hieß sie schlicht und ergreifend Nohl. Elfriede Nohl. Nicht sehr poetisch.

Schriftsteller brauchen einen guten Namen

Nun, als ich mir ein Pseudonym für mich überlegte (was schon sehr lange her ist, viel länger als ich wirklich schreibe. Aber mir war schon immer bewusst dass ich mir zeitig darüber Gedanken machen sollte), zog ich tatsächlich den Namen Nohl in Erwägung. Maria Nohl. Nun ja, haut nicht vom Hocker, aber würde schon gehen.

Aber – und nun komme ich zu den beiden Gründen, warum Nohl zugunsten Noels verworfen wurde: 1. bedeutet Noel Weihnachten und das ist hübsch. Nohl dagegen heißt soviel wie (fauliger) Molch. Also bitte! Wer da eine Wahl hat, wählt doch nicht die Stinkmorchel von Salamander, oder?

Ja, und 2. kommt jetzt Runa ins Spiel. Wir schreiben ja (auch) zusammen. Es gibt da einige Autorenduos, die man namentlich nicht so einfach erkennt, weil sie ein gemeinsames Pseudonym führen. Ich will hier keine Beispiele anführen, aber ein recht berühmtes Duo schreibt beispielsweise von herumziehenden leichten Mädchen.

Zwei Leute, ein Name. Also – nee. Nicht für uns. Wir sind zwei Personen, die gemeinsam schreiben. Das merkt man beim Lesen und soll man wissen, wenn man aufs Cover guckt.

Aber irgend ne Verbindung wollten wir dann schon haben. Denn Runa Schmidt und Maria Meier – also, so ganz alltäglich sollte es nun auch wieder nicht sein. Und so kam Noel erneut ins Spiel. Eben weil es so nett Weihnachten heißt.

Von da zu Winacht (gemäß Runas Heimat die sehr norddeutsche Variante von Weihnachten) war es nun wirklich nicht mehr weit.

Runa hatte dann allerdings den Vorteil, dass ihr (selbstausgewählter) Vorname so extrem selten ist, dass der in Kombination mit Winacht kein zweites Mal aufzutreiben war. Im Gegensatz zu Maria (meinem dritten Vornamen, für alle, die es genau wissen wollen) Noel. Die gibt’s nämlich in echt immer mal wieder. Also musste das G. noch mit rein. G. ist der Anfangsbuchstabe meines zweiten Vornamens (ihr dürft raten, welcher das sein könnte) – und der machte mein Pseudonym dann tatsächlich einmalig. Zumindest nach dem damaligen Stand von Google. Ich hab das schon ne ganze Weile nicht mehr überprüft und bin auch nicht wild darauf, dass das jemand für mich übernimmt.

Also, bon Noel, vergnögte Winacht, fröhliche Weihnacht allüberall!

Klausurbesuch im Kloster Altomünster

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Klausur – ist nicht nur eine Schulaufgabe, über der die Schüler schwitzen. Das Wort Klausur kommt von Schließen, unter Verschluss halten. Was erklärt, warum die Schüler dabei nicht spazieren gehen dürfen.
Aber es erklärt auch, warum der abgeschlossene Bereich eines Klosters so genannt wird. Nonnen und Mönche, so sie nicht einem aufsuchenden Orden angehören, leben fast ausschließlich innerhalb der Klausur. In die nur Ordensleute dürfen. Weltliche wie wir – müssen leider draußen bleiben.

Blöd, wenn man einen Roman über ein Kloster schreibt und nur ein paar spärliche Fotos von den Räumen hat, in denen sich alle Tragik abspielt.

Zweimal waren wir bereits zu Besuch im Gästetrakt des Klosters. Sehr interessant, sicher. Aber eben ohne die wirklich relevanten Räume zu sehen.

Langer Rede kurzer Sinn – vor ein paar Wochen durften wir tatsächlich in die Klausur. Die Priorin, Schwester Apollonia, hat für Runa und mich eine Super-Sonderausnahme gemacht. Zwei Stunden lang haben wir historische Luft geatmet. Kapitelsaal, Refektorium, Frauenkapelle, alles durften wir bestaunen.

 

Kloster 1

Erst der Roman, dann das leibhaftige Kloster

 

Kloster 2

Es ist alles (fast) so, wie wir es beschrieben haben. Nicht ganz, klar. Beispielsweise hat es die bei uns im Buch beschriebene Treppe hinter dem Refektoriums-Altar zur Küche hinab nie gegeben. Aber – und das ist interessant – nur ein paar Meter weiter wurde, als der Fußboden mal aufgerissen wurde, eine alte und längst vergessene Treppe entdeckt.
Wozu die gut war, bleibt zwar spekulativ, allerdings hält es Schwester Apollonia für sehr gut möglih, dass die Küche damals unterhalb des Refektoriums lag (jetzt befindet sie sich daneben). Man war einfach schon immer praktisch veranlagt.

Ein klein bisschen ernüchternd waren der offene Sarg und das offene Grab. Der Sarg ist so ne Art grauer Minikiste in ungefährer Sargform. Er ist mit Erde gefüllt. Also, mit einiger Phantasie kann man ihn tatsächlich für einen Sarg halten.
Das offene Grab jedoch … In der ‚Versuchung‚ ist das ein richtiges Loch auf dem Friedhof.
Im Kloster ist es – weil, und das wissen wir auch noch nicht so lange, sämtliche Nonnen immer in der Klostergruft bestattet wurden – eine Miniöffnung in der Mauer (neben dem offenen Sarg), die entfernt an das offene Grab in der Gruft erinnert.

Man stelle sich also folgende Größenverhältnisse vor: Der ‚Sarg‘ hat die Größe, dass eine Katze bequem hineinpassen würde (nicht, dass es da irgendwelche Pläne gäbe). Ins ‚offene Grab‘ passt allerdings höchstens noch eine dicke Ratte.

Kloster 4

Ein ganz neues Kapitel: Der Kapitelsaal

Kloster 3

Der Kapitelsaal, Schauplatz vieler Dramen in der ‚Versuchung‘ – war einfach überwältigend. Alles dunkel vertäfelt, der Raum wirkt düster. Hier, genau hier … Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Es roch alt und staubig. Wundervoll. Richtig authentisch.
Der Kamin – riesig. Die Wand daneben seltsamerweise nicht vertäfelt. Wahrscheinlich war das die Feuerholzwand. Mathilda kann ja in der ‚Versuchung‘ ein Liedlein davon singen, wieviel Holz so ein Kamin verschlingt. Pro Tag!
Der Äbtissinnenthron – nun ja, eher ein Stuhl. Allerdings gibt es für die Nonnen nur Bänke. Da macht so ein Stuhl mit Armlehnen schon was her.

Wir waren wie im Rausch.

Kloster 6

Es wird spannend, wir atmen Kerkerluft

 Kloster 8

Letztlich durften wir sogar in den Kerker gucken. Oh Leute, ich bin heute noch hin und weg. Wir waren im Kerker! Im echten Kerker, in dem Katharina Greulich so schrecklich lange ausharren musste.

Die Frage, wozu es in einem Kloster überhaupt einen Kerker brauchte – immerhin hatte ja selbst die ‚freie‘ Nonne nicht sonderlich viel Auslauf, wurde uns ziemlich pragmatisch beantwortet: Demente Frauen, verwirrte, aggressive – so hat man die früher verwahrt.

Nun, dann hat es also 44 Jahre lang, als Katharina dort zwangswohnte, keine Kranken gegeben, die des Kerkers ‚bedurft‘ hätten?

Das war eine gemeine Frage. Aber auch auf diese bekamen wir eine sehr einfache Antwort: Es gab damals – und gibt noch heute – zwei Kerker. Zwei nebeneinanderliegende Räume, mit einer Tür verbunden.
Katharina, da bin ich mir sicher, muss die Aufgabe gehabt haben, ihre in dieser Hinsicht bedürftigen Mitnonnen dort zu pflegen.
Sehr praktisch, gell? Man kerkere eine Nonne ein – und gebe ihr immer die Pflegefälle in Verwahrung. Wobei man dazu bemerken muss, dass sogar die alten Aufzeichnungen davon berichten, dass die Kerkertür zu Katharinas Raum unverschlossen war. Vielleicht, da schweigen die Aufzeichnungen allerdings, durfte sie mit ihren Mitnonnen leben – und musste nur des Nachts, wenn es dunkel und unheimlich war, in ihr (wahrscheinlich) klamm-feuchtes Kerkerlein.

Kloster 5

Der Kerker heute

Kloster 7

Heute sind diese Räume Abstellräume. Voller Werkzeug und allerlei Gerätschaften. Ihr ursprünglicher Zweck ist nur noch an den Gittern vor den Fenstern zu erahnen.

Wir durften fotografieren und haben das auch sehr fleißig getan. Etwa 200 Fotos sind dabei entstanden. Eines toller als das nächste. Welche zeigen wir euch? Schwierig, schwierig.

Ach, ich weiß!
Zuerst die Kerkertür von außen. Dann noch Katharinas Kerker, rechts das vergitterte Fenster, links neben dem Schrank die Verbindungstür in den Nachbarkerker. Und schließlich noch die Sicht von außen auf die beiden Kerkerräume.
Dazu ein paar Fotos vom Kapitelsaal, die die Stimmung dort wiedergeben. Den Kamin könnt ihr auch sehen.
Und zu guter Letzt: Das Klausurgitter im Redhaus. Runa ist bereits wieder draußen im Besucherraum, ich bin noch innerhalb der Klausur.

Übrigens, das Gitter wird bis heute noch genutzt. Ganz zu Beginn unseres Besuchs hatten Runa und ich die Ehre, durch das Sprechgitter hindurch mit Schwester Apollonia ein wenig zu plauschen. Ihr danken wir auf das Allerherzlichste, dass sie uns diesen Besuch gestattet und uns so gastfreundlich herumgeführt hat.

Professor Liebhart danken wir, dass er diesen Besuch überhaupt möglich gemacht hat. Und für seinen Historiker-Blick auf die Dinge sowieso.


Das Lied der gar holden Radegunde

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„Dieses Kapitel wird dir gefallen“, sagt Maria und grinst vielsagend.
Beängstigend vielsagend. Hintergründig. Diabolisch.
„Wie kannst du immer so gemein zu ihm sein?“, brause ich sofort auf. „Kaum lässt man dich mit ihm allein …“
„Hey, er kann sehr gut auf sich aufpassen. Dafür hast du ja gesorgt.“
„Ich habe ihn zu dem unwiderstehlichen Mann gemacht, der er ist.“
„Du hast ihn zu dem Mann gemacht, mit dem Brigitte so umspringen kann“, spielt Maria ihren letzten Trumpf aus.
„Was tut sie ihm an?“, frage ich tonlos.
„Sie lässt ihn singen.“
„SINGEN?“
„Singen“, bestätigt Maria triumphierend. „Sieh selbst, wie sie das hinbekommen hat!“
Ich lese und sehe. Und kann nur immer wiederholen: Warum müsst ihr Mattis-Fraktionsmitglieder immerzu auf meinem armen Liebling herumhacken???

Um es noch einmal auszusprechen: Es ging um Brigittes ‚Urlaub im Mittelalter‘, die Spin-off-Geschichte zur Flederzeit, die Maria gerade schreibt. Und in deren Rahmen sich Maria zu ungeahnten Dichtkünsten aufschwingt.
Die ganze Szene möchten wir noch nicht preisgeben, vorerst hier nur das Liebeslied, das Maria dem gebeutelten Johann in den Mund gelegt hat:

 Das Lied der gar holden Radegunde

*
Einst lebte auf Burg Hohenstein,
weit weg von hier ein Burgfräulein.
Ihr Name war in aller Munde,
die holde, gar schöne Radegunde.
Sie war wirklich zart, ganz rein und so schön,
kein Ritter wollt andere Frauen ansehn,
nachdem er sie gefunde –
die gar holde Radegunde.
*

Als sie dann eines Tags freien wollt,
sie alle Ritter nach Hohenstein holt.
Rasch kamen sie von nah und fern,
wollten Radegunde heiraten gern.
Dann standen sie vor Burg Hohenstein.
„Liebstes Burgfäulein, lass mich herein.
Ich hab vernommen die frohe Kunde,
holde, gar schöne Radegunde.“
*
Das Tor jedoch blieb zu und ach,
Radegunde saß einsam im Frauengemach.
Und dachte: Wie soll ich nur wählen?
So viele Ritter, da muss ich mich quälen.
Doch vor dem Tor war der Tumult schon groß:
„Wähle endlich aus, dann geht es los!“
Ein Schrei aus aller Rittermunde:
„Heirate mich, oh Radegunde.“
*
Auf dem Balkon erschien die Holde.
„Ich weiß nun endlich, was ich wollte.
Den Stärksten will ich als Gemahl.
Zeigt mir euer Geschick hier im Saal.“
Da maßen sie sich im Lanzenkampf.
Radegunde jedoch fand alles Krampf.
Sie wollte den Besten nur im Grunde,
die holde, gar schöne Radegunde.
*
„Kämpft mit dem Kopf, ich will nen klugen Mann“,
rief Radegunde mitten hinan.
Also dichteten sie und lamentierten Geschichten.
Doch Radegunde winkte ab mitnichten.
„Wer singt, darf mit mir zur Hochzeitsfeier,
ich will nur den Besten an der Leier.“
Sie sangen sehr schräg, bis zu der Kunde:
Kein Sänger freit dadurch Radegunde.
*
Sie spielten Theater, sie kochten und strickten,

doch Radegunde gefiel es mitnichten.
Sie schmiedeten Eisen und wetzten den Stein,
doch Radegunde fand es nicht fein.
„Ich finde so einfach keinen Gemahl.“
Da ertönt ein Schrei laut aus dem Saal:
„Hier gehe ich noch vor die Hunde,
wähle endlich, gnädige Radegunde.“
*
Ich nehme den einen zum Gemahl,
der des Drachen Kopf bringt mir in den Saal“,
rief Radegunde erleichtert. Das schien ihr gut.
Denn dieser Mann hätte sicherlich Mut.
Die Ritter nickten, das war ein Wort.
Kurz darauf waren sie alle fort.
„Wo seid ihr denn alle?“, rief Radegunde,
in die große, so stille Runde.
*
Doch für immer blieb der Burgsaal leer,
kein Ritter kehrte nimmermehr.
Denn keiner hat ihn niedergerungen,
hat alle der schreckliche Drache verschlungen.
Einsam blieb die Holde im Saal,
doch alles blieb leer, es kam kein Gemahl.
„Nie heirat mich jemand in dieser Runde“,
rief hochbetrübt die Radegunde.
*
Da rumpelt und stieß etwas laut herbei,

Radegunde war es nicht einerlei.
Angstvoll versteckte sie sich hinter dem Bett,
wer so laut kam, war sicher nicht nett.
Sich öffnet die Tür mit lautem Krach,
der Drache erschien in der Holden Gemach.
„Ich bin der Sieger dieser Runde,
mir allein gehörst du, Radegunde.“
*
„Oh weh, kein Ritter weit und breit!
Da werd ich nun vom Drachen gefreit“,
klagte die holde Radegunde.
Und niemand widersprach ihrem Munde.
Das ganze Reich war männerleer,
auch Ritter gab es längst nicht mehr.
Und so kam es, dass auf Burg Hohenstein drunt
ein Drache regiert. Als Gatte der holden Radegund.
***

 

Geruhsam … Urlaub im Mittelalter – Unser neustes Werk!

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Eigentlich wollte ich doch um diese Zeit längst fertig sein mit meinem Spinn-Off.
Hm.
*Klagemodus an* Runa ist so viel produktiver als ich. *Klagemodus aus*
Aber es ist wirklich so: Sie hat nicht nur ihre laaange Zusatzgeschichte zur Flederzeit lange veröffentlicht (siehe letzter Blog-Beitrag: Die Flederzeit kriegt ihr erstes Kind – Der Knappe der Junkersfrau), sondern bereits wieder Hunderte von Seiten einer neuen Geschichte geschrieben. Die eigentlich ein Thriller hätte werden sollen. Natürlich ein Runa-Thriller. Als ich neulich mal davon sprach, sagte sie ganz empört: „Das war doch nur der Plan zu Beginn. Es wird natürlich ’nur‘ Fantasy.“
Nun ja, ich komme bereits in den Genuss, die Geschichte zu lesen und muss sagen: Die Fantasy-Anteile lassen sich wirklich nicht leugnen. Aber ich finde, es ist zumindest ein Fast-Thriller. Klar, es sterben nicht so viele Leute, wie allgemein in Thrillern üblich (sowohl Runa als auch ich hassen es, Menschen umzubringen. Wir tun das NIE leichtfertig. Echt!). Darüber hinaus ist es jedoch einfach nur hochspannend. Ich schätze, Runa wird in etwa zeitgleich mit mir fertig werden mit Schreiben. Nur dass ihre Geschichte dann mal wieder 600 Seiten Plus haben wird, während meine vielleicht auf 250 kommt.

Eine gute Geschichte braucht einfach ihre Zeit

Ich frage mich dauernd, woran es liegt, dass Runa so viel schneller ist als ich. Sie hat doch auch nen ganzen Stall voller Kinder, die bekocht, bewaschen, bewacht, bespaßt und behütet werden müssen, einen Haushalt, Katzen …
Gut, ich hab nen Teilzeitjob. Den ich mag, das gleich vorweg. Der mich aber doch sehr vom Schreiben abhält (selten, dass ich an Arbeitstagen dazu komme). Dann Familie und Garten.
Ich könnte disziplinierter sein und mir endlich abgewöhnen, so viel zu schlafen. Ist leider ein Familienübel und ich vermute, genetisch so vorgeben. Wir ratzen vielleicht was weg! Das ist gemütlich und nett und noch ne Menge anderer schöner Adjektive. Geht nur leider sehr in die Zeit. Die, in Verbindung mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn, dann doch eher dazu neigt, knapp zu werden.

Und so werde ich mich in den nächsten Tagen, ich hab nämlich Urlaub, juchhei, am Heckenschneiden erfreuen und daran, endlich die Balken der Terrassenüberdachung mal abschleifen und neu bepinseln zu können. Ehe es dann in Urlaub geht. (Ich lebe mit meiner Familie in Bayern. So kommen wir jedes Jahr in den Genuss, dann Ferien machen zu können, wenn alle anderen Bundesländer schon längst wieder am Arbeitsplatz oder in der Schule schwitzen!)

Es soll ein geruhsamer Urlaub werden, volle Kanne Erholung, das haben wir uns geschworen. Nix tun, faulenzen, Spaziergänge am Strand (zum Baden ist es wahrscheinlich bereits zu kühl). Kleine Ausflüge. Viel lesen. Viel spielen. Viel schlafen.
Darüber hinaus will ich im Urlaub meine Geschichte endlich fertig schreiben, zumal die das Wort ‚Urlaub‘ bereits im Titel trägt. Brigittes ‚Urlaub im Mittelalter‘ nämlich.
Drückt mir die Daumen, dass das klappt.

Hier schon mal das Cover. Wie immer von unserer Veronika Aretz gemacht (welche Kämpfe wir dabei ausgefochten haben, erzähle ich vielleicht an andermal!)

Spinn Off: Die Flederzeit kriegt ihr erstes Kind!

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Schon wieder ein neuer Roman, ja spinnen die denn?

Das mag sich der Eine oder Andere jetzt fragen. Und in der Tat, in diesem Jahr ist viel los bei uns: Im April haben wir die Flederzeit mit dem dritten Teil abgeschlossen, im Juni kam die Gesamtausgabe. Und jetzt?
Jetzt kommt ein allererstes Spinn-Off dazu.

Wer die Flederzeit kennt, kennt auch Helene, Johanns Frau und Heinrich, den Mann, den sie liebt.
In ‚Der Knappe der Junkersfrau‘ stehen Helene und Heinrich im Mittelpunkt, ihre Geschichte wird erzählt. Denn die ist allemal erzählenswert. Naja, und Johann (ein wirklich wunderbar ekliger Johann) ist natürlich auch nicht ganz unmaßgeblich an Handlung und Verlauf beteiligt.

‚Der Knappe der Junkersfrau‘ stammt übrigens alleinig aus Runas Feder. Wir hatten uns nämlich überlegt, mehrere Spinn-Offs zu schreiben. Kurz und knackig.(Das verabreden wir übrigens immer. Was dann draus wird? Nun ja, schaut euch die Flederzeit an!) Danach hatten wir festgelegt, von wem sie handeln sollen und wer von uns beiden sie schreiben wird. Einmal Runa pur, einmal Maria pur.

Nun ja, Runa war deutlich schneller als ich. Sie hat nicht nur rascher geschrieben, sondern auch (mal wieder) entschieden mehr als geplant. Über 470 Normseiten sind es geworden und wir warten nun gespannt, wie viele Seiten Amazon letztlich vermelden wird. Erfahrungsgemäß sind es ein Drittel weniger.

Also, am Wochenende ist es soweit und ‚Der Knappe der Junkersfrau‘ geht an den Start.
Ich hatte die Ehre, es lektorieren zu dürfen und kann nur sagen: Gänsehautalarm!

Ach ja übrigens: Von wem mein Spinn-Off handeln wird, verrate ich noch nicht. Nur soviel: Darauf dürft ihr noch ein klein wenig warten, ich schreibe nämlich noch!

Satz-Hatz

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Wir haben fertig gesetzt.

Nein, der vorhergehende Satz ist nicht falsch, hier geht es nicht um Grammatik, um Aufsatz oder sonst was, sondern ums Setzen. Und nein, es geht auch nicht ums profane Hinsetzen. Das wäre ja einfach. Es geht ums Buch-Setzen, darum, einen ganzen Roman in eine optisch ansprechende Form zu bringen, ehe man ihn als Buch drucken lässt.

E-Books Setzen ist einfach, schließlich kann sich der Leser auf seinem Lesegerät Schriftart und -größe selbst einstellen. Hier Vorgaben zu machen, wäre reine Zeitverschwendung.

Hurenkinder sitzen im ersten Stock, Schusterjungen im Keller

Anders beim gedruckten Buch. Hier legt der Setzer alles fest. Und das bedeutet, weit auseinander gezogene Zeilen, bedingt durch lange Wörter im Blocksatz und Hurenkinder müssen beseitigt werden.

Es gibt auch noch so was wie Schusterjungen, aber so weit wollten wir dann doch nicht gehen.
Zur Erklärung: Schusterjungen sind Absatzbeginne am Ende einer Seite.

Die haben wir ignoriert, haben uns ganz der Vermeidung der anderen Probleme (siehe oben) hingegeben. (Hurenkinder sind das Gegenstück zu Schusterjungs, nämlich das Absatzende in der ersten Zeile auf einer neuen Seite).

Nicht geschieden, aber getrennt

Also gut, wenn man sich das mal vorstellt, dann sieht das in etwa so aus: Nachdem man das gewünschte Buchformat eingestellt hat, die Schriftart und -größe, die optimalen Ränder, die Fußzeile für die Seitenzahl, betrachtet man die erste Seite. Alles hübsch gleichmäßig, oder sind da irgendwo die Abstände zwischen den einzelnen Wörtern zu weit auseinandergezogen? Was im Allgemeinen daran liegt, dass das erste Wort der Folgezeile zu lang ist, um noch in die obere Zeile zu rutschen.

Das muss dann also getrennt werden.
Müsste. Manchmal geht das nämlich nicht.

Warum, zum Teufel, gibt es nur so verdammt lange Silben? ‚Schwimmt, schwitzt, Schrift, schlimm, Schritt, schnappt‘ – sind untrennbar. 6, 7 oder 8 Buchstaben in nur einer Silbe? Und hier der Hammer: ’schluchzt‘ – neun Buchstaben!

Wobei der Übeltäter schnell (einsilbig, 7 Buchstaben) ausgemacht ist: das ’sch‘. Drei fette Buchstaben, die wie einer gesprochen werden (im Falle von ’schluchzt‘ noch ein ‚ch‘ hinterher).

Wie soll man denn da einen vernünftigen Satz hinkriegen, hä?

 

Vom Stauchen und vom Streichen

Nun ja, da gibt es schon Möglichkeiten. Stauchen (die Buchstaben einzelner Wörter oder Sätze enger setzen) ist eine. Eine nächste – Wörter streichen. Oder eines einfügen.

Hach, Satz ist ein einziger Kampf. Wobei ich zugeben muss, dass es sehr hübsch ist, zu Absatzbeginn eine kleine Trennung zu machen, und schwupps, zieht sich der ganze restliche Absatz in eine ansprechende Form. Gesteigert wird das noch, wenn man dadurch eine Zeile am Absatzende einspart.

Aber Vorsicht! Das ist nicht immer ein Vorteil. Denn es kann sein, dass dadurch auf der Folgeseite ein Hurenkind entsteht. Dann heißt es wieder gucken, wo man eine Zeile einsparen kann. Oder hinzufügen. Absätze streichen oder neu machen, ist dabei probat.

Die Hurenkinder sind sowieso ein Problem für sich. Wer wie wir viele Absätze macht, produziert damit auch viele Hurenkinder. Die dann mühevoll beseitigt werden müssen.

Von daher ist Satz eine laaaaangwierige Angelegenheit.

Die Schreibprogramme bieten zwar eine Hurenkinderregelung an, aber die bedeutet lediglich, dass Zeilen der vorhergehenden Seite auf die neue rübergezogen werden. Guckt man sich so gesetzte Bücher an, so ergibt sich ein sehr uneinheitliches Bild. Mal endet eine Seite nach 28 Zeilen, mal nach 30. Also, diese Hurenkinderregelung vergisst man am besten wieder. Und macht sich an die Arbeit.

Die wir gerade hinter uns gebracht haben. Drei Teile Flederzeit, mehr als 1000 Seiten sind fertig gesetzt. *Schweiß wisch*

Stellen wir uns also den neuen Aufgaben, die unser harren.

Der Gewinner steht fest!

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Liebe Gewinnspiel-Teilnehmer!

Der Gewinner des Kindle-Paperwhite ist ermittelt und verständigt. Mal sehen, wann er, bzw. sie, es handelt sich nämlich um eine Frau, sich meldet. Wegen der Postanschrift.

Ja, diesmal haben wir es euch einfach gemacht. ‚Krimiautor‘ war die richtige Antwort. Und das haben sage und schreibe 842 Leute gewusst. Wow. Danke für diese rege Beteiligung, damit haben wir echt nicht gerechnet!

Hatten Runa und ich uns ursprünglich eine gemütliche Ziehung vorgestellt: Wir schreiben alle Teilnehmernamen auf kleine Zettel, vermischen sie und ziehen dann einen glücklichen Gewinner, angesichts dieser Zahl mussten wir uns ein anderes Verfahren ausdenken!

Der Zufall, bzw. eine Lesung hier in Kiel am Freitag (allerdings nicht die Flederzeit, sondern unsere Versuchung), wollte es, dass ich zurzeit bei Runa bin. Vorbereitungen und so …

Also hat Runa mit geschlossenen Augen auf der Liste hin- und hergescrollt, während ich neben ihr, mit ebenso geschlossenen Augen abgewartet und sie damit halb in den Wahnsinn getrieben habe, weil sie scrollen und scrollen musste, ehe ich irgendwann mal ‚Stopp‘ gerufen habe.

Aber dann stand die Gewinnerin fest, die umgehend verständigt wurde.

Also, liebe Leute: Guckt in eure Mailaccounts.

Solltet ihr allerdings eine ‚männliche‘ Mailadresse haben, Abkürzungen verwenden oder einen Phantasienamen benutzen, könnt ihr euch den Aufwand sparen. Leider.

Und weil das alles so viel Spaß gemacht hat, haben Runa und ich überlegt, ob wir diese Aktion nicht wiederholen wollen. Eine zweite Chance für euch, sozusagen.

Es geht wieder um einen Kindle-Paperwhite.

Was ihr dafür tun müsst?

Diesmal stellen wir keine Fragen. Ihr müsst euch nur auf unsere

Mailingliste eintragen. Am 1. Juni ziehen wir aus den dort gelisteten Namen einen neuen glücklichen Gewinner!

Aller guten Dinge sind drei

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So eine gewisse Unverdrossenheit ist uns ja schon zu eigen. Gleich zu Anfang, nach Veröffentlichung des Teil I ‚Flederzeit – Sturz in die Vergangenheit‘ hatten wir in aller Naivität ein Gewinnspiel bei Amazon angekündigt. Fürs Zählen der Fledermäuschen im E-Book hätte es drei Druckexemplare gegeben, als Gewinn.

Die durften wir behalten, denn wir hatten genau 0 Teilnehmer. Damals schworen wir uns, nie mehr ein Gewinnspiel zu veranstalten.

Naja, dann erschien Teil II ‚Flederzeit – Riss in der Gegenwart‘, und uns ritt der Teufel, denn wir machten es wieder. Die Leser sollten uns melden, welchen Gegenstand Mattis zwar im Buch in die Vergangenheit mitnimmt, im Trailer aber nicht auspackt (weil wir ihn einfach vergessen hatten). Wieder lobten wir Druckexemplare aus.

Teilnehmer diesmal: Eine einzige Person – die sich sehr über ihr signiertes Buch freute.
Immerhin eine Steigerung um 100 %. Wenn das mal kein Erfolg war!

Nun ja, was denkt ihr, machen wir also jetzt, nachdem Teil III: ‚Flederzeit – Abschied von der Zukunft‘ erschienen ist?
Richtig, ein Gewinnspiel. Diesmal allerdings ein wenig größer. Und ein wenig einfacher.
Sprich: Bei XTME – und die Frage ist nun so gestellt, dass man sie beantworten kann, wenn man den XTME – Beitrag gelesen hat.
Zudem ist der Gewinn diesmal kein Buch – sondern ein echtes Kindle-Paperwhite.

Also, nehmt zahlreich teil, das kostet nix – und der Gewinn ist wirklich klasse!