Lesungsfieber

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Uns fehlt was – leider

Wir sind es nicht. Und werden es wohl nie werden. Nämlich das, was man gemeinhin als Rampensau bezeichnet. Gerne auf einer Bühne stehen, gerne etwas vor Publikum sagen, vortragen oder – oh Gott – gar singen?

Lieber fünf Jahre nichts zu Weihnachten. Ehrlich!

Pech für uns, dass wir Bücher schreiben.

Früher, als ich gerade anfing mit meinem ersten Roman, war ich der festen Überzeugung, dass ein Autorenleben damit auskommt, am Schreibtisch hinter dem Computer zu klemmen und die Welt ansonsten Welt sein zu lassen.

Es mag eine Zeit gegeben haben, in der Schauspieler und Sänger auf die Bühne geklettert sind, um sich vor Publikum zu beweisen, Autoren jedoch weitab jeder Bühne ihre Werke erschaffen haben.

Und die Welt war’s zufrieden.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Schauspieler schreiben – und Schreiberlinge geben auf Bühnen ihr Bestes.

Himmel, verdrehte Welt!

Die erste Lesung war ein Albtraum

Unsere allererste Lesung machte mich damals zum nervlichen Wrack. Das ging bis zum Beruhigungsmittel. Ich glaube, diese erste Lesung überlebte ich nur knapp, und nichts, aber auch gar nichts war in mir, das nach Wiederholung lechzte.

Natürlich blieb es nicht dabei und die zweite Lesung war zwar noch lange kein Spaziergang, jedoch, was den Nervenaufwand betraf, nur noch ein müder Abklatsch …

Vergangenen Mittwoch war nun unsere fünfte Lesung. Wir waren ruhig, gelassen, nicht zittrig.

Schlecht geschlafen hatten wir trotzdem, schließlich sind wir keine Maschinen.

Aber darüber hinaus – vertrauen wir mittlerweile darauf, dass wir uns dort bewegen, wo wir uns allerbestens auskennen: In einer unserer Geschichten nämlich.

Also mal ehrlich: Welcher Schauspieler kann sich seiner Rolle sooooo sicher sein, welcher Sänger seines Liedes wie ein Autor, der das vorträgt, was er selbst geschaffen hat?

Weder Runa noch ich werden je eine Leidenschaft dafür entwickeln, uns vor einem Publikum in Szene zu setzen, wir sind einfach keine Front-Menschen. Aber uns hinzustellen und mit wohlwollenden, interessierten, gespannten Menschen über das Thema plaudern, das uns am allernächsten ist, kriegen wir schon hin.

Ein dickes Dankeschön also unseren Gastgebern und unserem mitgehenden Publikum.

Und an die Welt da draußen: Her mit den Lesungen, wir machen das!

Krimi-Frühstück 6
‚Unsere‘ Ulli Hobbe. Die es wirklich gibt, aber Beate Petersen heißt.

Frühstücks-Mord

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Mords-Frühstück

– Nee, ne? Was hat denn ein Mord mit Frühstück zu tun?

– Najaaaa, wenn es dazu Fliegenpilze gibt, Knollenblätterpilz-Salat, Creme mit Orangenöl und Noorbraten …

Krimi-Frühstück 1

– Oha. Klingt gefährlich. Fliegenpilze?

– Isst man nur einmal.

Sagt jedenfalls Stine, und die muss es

wissen, immerhin hat sie das Buffet

gezaubert. Als Vertretung übrigens. Für

Sörine, die Chefin, die krank im Bett lag.

Schon mitten in der Nacht ist die arme

Stine aufgestanden, um alles zu schaffen.

– Und? Hat sie?

– Und wie! Perfekt sah es aus. Und lecker war es! Jede einzelne Speise auf dem Tisch.

– Du hast alles probiert? Auch den Pilzsalat?*

– Logo. Und gelauscht. Der Krimilesung nämlich. Mord am Noor.

– Lesung und Fliegenpilze …

Krimi-Frühstück 5– Fällt langsam der Groschen?

– In Zeitlupe. Aber er fällt. Die Pilze haben

was mit dem Krimi zu tun, nicht?

– Der Salat ebenfalls. Und der Noorbraten.

Dazu gab es übrigens Kirschblau-Saft.

 

 

 

– Klingt nach einem kulinarischen Vergnügen.

– Das war es. Aber akustisch auch. Essen und zuhören, sozusagen.

– Wie kam das denn an?

– Ausverkauft, jeder Platz besetzt. Gäste begeistert, Autorinnen ebenfalls. Ein voller Erfolg.

– Mord und Frühstück, Mordsfrühstück. Muss ich mir merken.

Krimi-Frühstück 3

– Im Tortenstübchen. Beim nächsten Mal gibt’s auch noch Leichenfinger.

Die hat Stine diesmal nur nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen.

Aber wenn Sörine nächstes Mal wieder gesund ist …