Happy and Halloween

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Heute ist Halloween, dunkle Geister ziehen durch Gassen und klopfen an Haustüren „Süßes oder Saures“ fordern sie.
Gibt es einen besseren Zeitpunkt für eine Versuchung? Deshalb – Megafon an:

Sie ist da, unsere Versuchung gibt es ab sofort auch als Druckausgabe!

Für alle, die lieber ein Buch in den Händen halten, umblättern, Markierungsknicke einfügen (autsch) oder hineinkritzeln wollen. Und hinterher macht es sich sicher sehr hübsch im Bücherregal.
Und dazu gibt es sogar das passende Lesezeichen!

Wenn das keine Versuchung ist!
Als Dreingabe – ein zur Flederzeit passendes Lesezeichen!

Und mittendrin – ne dicke, fette Zecke!
(Wer jetzt wissen möchte, wie man mit so vielen rutschigen Lesezeichen und einem Trampel von Hund ein solches Foto hinkriegen kann, dem sei gesagt, man sollte nicht davor zurückschrecken, ein und dieselbe Arbeit immer wieder machen zu müssen. Dekorieren und neu ordnen, beispielsweise.)

An dieser Stelle will ich mich noch für die Hundegeduld bedanken. Sie war eindeutig größer als meine!

 

 

Es ist schon ein bisschen spät dafür, aber…

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Alle haben über die Frankfurter Buchmesse geschrieben, also tu ich’s auch, denn Runa und ich waren am 12. Oktober dort. Das wollen wir schließlich niemandem vorenthalten.
Sollte sich dieser Bericht ein klein wenig von den üblichen unterscheiden, so ist das reine Absicht. Schließlich will ich von den relevanten Dingen berichten.
Also, bequem hingesetzt, hier kommt der Noel’sche Messebericht:

Frankfurt, Hauptbahnhof, Freunde treffen

Es war ein sehr entspannter Tag, auch wenn er spannend losging. Und zwar – am Frankfurter Hauptbahnhof.
Der Anfang war noch ganz einfach. Runa und ich kamen mit dem Auto angedüst, in Frankfurt herrschte keinerlei Verkehrschaos und im Bahnhofsparkhaus war auch noch ein Plätzchen frei.
Vielleicht habt ihr es auch schon mal erlebt, es kann eine seltsame Sache sein, Menschen, die man bisher nur virtuell kannte, plötzlich leibhaftig vor sich zu haben. Runa und ich waren also hier, um die Fromme Helene und Veronika Aretz vom Zug abzuholen, und vor der Messe ein klein wenig zu beschnuppern. Bei einem unverfänglichen Kaffee.
Dabei konnte ja nicht viel passieren. Dachte ich zumindest.
Dass der Zug mit Helene und Veronika erst verspätet ankam, war gut zu verkraften.
Die Zeit, die uns das verschaffte, nutzten Runa und ich zu einem Besuch der durchaus weiterzuempfehlenden Bahnhofs-Toilette. Was sein musste, musste sein, selbst wenn es einen Euro kostete.
Pünktlich, aber gespannt, standen wir schließlich am Bahnsteig – und ja, da kamen Veronika und Helene schon! Die Begrüßung war erfreulich locker, fremd waren wir uns ja nun wirklich nicht mehr.
Mit dem Café wurde es dann schon schwieriger. Ortsunkundig, wie wir allesamt waren, wollten wir natürlich im Bahnhof bleiben. Dass dort nur Kioske aufzutreiben waren … Ah nein, dort drüben, ein bekanntes Fast-Food-Restaurant mit Frühstücksangebot. Wunderbar!
Danach: heiße Getränke, bunte Gespräche, Gelächter, Entspannung. Die Entscheidung, sich zu treffen, war goldrichtig gewesen.

Heiße Getränke, kalter Schreck

Alles blieb wunderbar, bis wir, willens jetzt endlich auf die Messe zu fahren, vor dem Parkautomat standen. Ich kramte in der Tasche, verflixt nochmal, wo war nochmal gleich das Ticket?
Es war nirgends. Nicht in der umgestülpten Tasche, nicht im Auto, nicht irgendwo auf dem Fußboden.
Wer schon mal ein Parkticket verloren hat, weiß, dass das teuer wird. Einen Tagessatz, mindestens.
Das Frankfurter Bahnhofsparkhaus machte da keine Ausnahme.
Dass die anderen es lustig fanden und gern mit mir durch die Bahnhofshalle schrullerten, den Blick stets zu Boden gewandt, um immer wieder einen erfreuten Sprung zur Seite oder nach vorn oder rückwärts zu machen, um dann etwas aufzuheben, was sich stets als irgendwas anderes herausstellte, entging mir irgendwie völlig. Das Parkticket war und blieb verschwunden und mein Stresspegel stieg.
Eigentlich halte ich mich für einen ziemlich belastbaren Menschen. Aber eben auch für einen ordentlichen. Urplötzlich eine mir nicht bekannte Schlampigkeit vor Augen zu haben, verwandelte mich in ein Lippen kauendes Nervenbündel, das nichts anderes mehr konnte, als zu stammeln: „Aber das versteh ich nicht, ich verliere doch sonst nie was.“
Was auch nichts brachte, der Parkschein war und blieb verschwunden.
Irgendwann musste ich mich der Tatsache stellen, dass auch mir so was passieren konnte. Ich kann Dinge verlieren, ach was, ich verliere Dinge. Gleichzeitig war mir peinlich, mich öffentlich so aufgelöst zu zeigen.
Schließlich war viel Zeit vergangen – und Elke Bergsma, die wir direkt in der Messe treffen wollten, erkundigte sich am Telefon, ob wir … Nee, wir suchen noch nach einem blöden Papierstückchen und grasen den Bahnhofsfußboden ab – konnte ich doch kaum sagen.
„Wir sind noch am Bahnhof und rufen dich an, sobald wir drin sind.“ Das war die volle Wahrheit, wenn auch wenig ausführlich. Sorry Elke, dass du das jetzt erst und auf diesem Weg erfährst! 😉

Entspannung und Buchmesse

Ich gebe nicht gerne auf, aber hier musste ich mich geschlagen geben. Gut, würde es halt kosten. Also auf zum Parkautomat.
„Aber bitte vorher noch aufs Klo“, sagte Veronika.
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das Bahnhofsklo, wo ich nach meinem Geldbeutel gewühlt hatte, um den Euro zu finden! So eilig hat man selten vier Frauen aufs Bahnhofsklo stürzen sehen.
Wo natürlich nichts auf dem Fußboden herumlag. Wie auch? Die Toilette war stark frequentiert und eine Klofrau sorgte für permanente Ordnung. In ihre Arbeit vertieft kam sie gerade aus einer Kabine heraus. „Entschuldigung, haben Sie vielleicht einen Parkschein fürs Bahnhofsparkhaus hier irgendwo gefunden?“
„Ja“, sagte sie ohne Umschweife, langte in ihre Kitteltasche und reichte mir die vermaledeite kleine Karte.
Ich hätte sie küssen können. Die Frau, nicht die Karte! Aber ich hab’s gelassen. Da waren irgendwie zu viele Leute drumherum. Hab nur ein Trinkgeld gegeben, erledigt, was sonst noch zu erledigen war – und dann ging’s zur Messe, wo wir endlich auch Elke kennenlernen konnten.

So entspannt wie an diesem Tag war ich selten. Ehrlich!

Einmal Qindie und zurück

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Wenn das Maß voll ist …

Ab sofort weisen wir die Qindie-Zugehörigkeit weit von uns. Was dort zurzeit geschieht, ist mit dem, was Demokratie bedeutet, in keiner Weise vereinbar. Die Gruppe mag mit guten Zielen gestartet sein, doch inzwischen sind so viele Dinge geschehen …
Jeder soll dort eine gleichberechtigte Stimme haben. Die Realität sieht leider ganz anders aus:
Eines der ersten Vorkommnisse, die uns sehr nachdenklich haben werden lassen, war die Tatsache, dass bei Abstimmungen mal eben aus meinem ‚Nein‘ ein ‚Ja‘ gemacht wurde, wenn es so besser ins ‚demokratische‘ Gesamtbild passte. Wohlgemerkt, ohne mich zu fragen.
Ein weiteres Vorkommnis ist die seltsame Sache mit der Qindie-Anthologie, für die wir Beiträge gespendet haben – und die seit gestern seltsamerweise keine Qindie-Anthologie mehr ist.
Es gab irgendwelche nicht näher benannte Differenzen – voila! Mehr muss der Normalqindie ja wohl nicht wissen. Demokratie nach Qindie-Art eben.
Das Maß endgültig voll gemacht hat jedoch der Kolumnenbeitrag gestern: Der Begründer des größten Piraten-Netzwerks hat auf Qindie eine Plattform gekriegt, darf dort allen erzählen, welch toller Hecht er ist, welch dumme Menschen Autoren sind … dass der Wert ihres geistigen Eigentums gegen Null tendiert und ihnen demgemäß kein Schaden entstünde, wenn Piratenplattformen ihre Bücher raubkopieren – und gegen eine geringe monatliche Gebühr (die die Betreiber unterstützen sollen) unter die Leute bringen.
Müßig zu erwähnen, dass von der Qindie-Betreiberseite weder gefragt wurde, ob wir mit dieser Aktion einverstanden sind, noch, dass unser sofortiger Protest dagegen in irgendeiner Form zur Kenntnis genommen wurde. Und so bleibt nur eines: Endlich die Konsequenz zu ziehen.

Ab sofort … aber das steht ja oben!

Frisch gesetzt ist halb eingespart

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Setzen und gut is‘

 

Maria und ich müssen sparen. Buchseiten, um die Druckkosten klein zu halten. Und sind schon Tage dabei, unsere ehemals 682 Seiten starke Erstausgabe der ‚Versuchung‘ zurechtzustutzen. Ohne den Text zu kürzen, versteht sich.
Zunächst einmal ist es leicht: Man macht die Schrift kleiner, die Ränder schmaler, die Zeilenabstände geringer. So ist es schon mal auf 490 Seiten zusammengeschnurrt.
Und dann müssen ja ohnehin die Hurenkinder raus, damit es hübsch wird. Dazu gibt es ein äußerst wirksames Instrument: Manuelle Wort-Trennungen.

„Das ‚Mür‘ hoch in Zeile 3 – vielleicht kriegt man dann das ‚verteidi‘ in Zeile 5 weg, und das ‚worden‘ flutscht rauf?“
„Jaa!“
So oder ähnlich hört es sich an, wenn wir eine Zeile gewinnen.

Naja, wenn wir gegen eine Zeile verlieren, klingt es genauso. Nur mit „Nee“ hintendran.

Aber dann sind wir ja noch nicht am Ende, denn wir finden doch bestimmt einen Zeilenumbruch, den man rausnehmen kann – oder, wenn gar nichts anderes hilft, machen wir einfach einen neuen rein – was sich angesichts unseres Sparvorhabens natürlich als ziemlich kontraproduktiv auswirkt. Und wenn wirklich gar nichts mehr hilft, bietet das Schreibprogramm ja immer noch die berühmte Hurenkinderregelung.

Bisher haben wir die jedoch noch kein einziges Mal einsetzen müssen, wir hatten immer Erfolg mit den soliden Methoden.
Was echt befriedigend ist. Ein ganzes ‚träumte‘ in die nächstobere Zeile hopsen zu sehen – das macht einfach Spaß!

Doch, wir haben überhaupt Spaß diesmal, dank unseren neu verschmolzenen Garamond’s. Und überhaupt!

Wetten dass …

„Was meinst du, wollen wir wetten?“
„Wie?“
„Na, (1) auf welcher Seite wir zum ersten Mal die Hurenkinderregelung anwenden müssen?“
„Au ja! Und (2) wie oft wir sie insgesamt anwenden müssen!“
„Und (3) wie viele Seiten von den 490 wir letztendlich einsparen können!“

Also:
(1) Maria: 400         Runa: 320
(2) Maria: 1 x          Runa: 2 x
(3) Maria: 5 Seiten  Runa: 4 Seiten

Habt ihr Lust mitzuwetten?

Der Gewinner bekommt – ein Lesezeichen, passend zur Versuchung. Von den Autorinnen in liebevoller Handarbeit selbst gefertigt.

Garamond und andere Sorgen

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Zwei Frauen – zwei Texte

Man erlebt etwas – und hat Lust, einen Blog-Text daraus zu machen.
Manchmal erleben aber auch zwei Leute etwas – und bekommen beide Lust auf diesen Blog-Text.
In diesen Genuss kommt ihr heute:
So kann es gehen …
Zuerst ist Maria dran:

Alle meine Probleme …

Oh Leute, gibt es eigentlich ein Problem, das uns nicht hinterherrennt und brüllt: Hier bin ich, nun löse mich? So gern würden wir mal eines auslassen, aber … Doch der Reihe nach.
Runa und ich, wir schreiben ja zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass wir gemeinsam an einem PC kleben und uns dort abwechseln. Ganz und gar nicht. Runa lebt nämlich an der Ostsee und ich in Alpennähe. Weiter entfernt voneinander kann man innerhalb Deutschlands kaum sein.
Gemeinsam schreiben bedeutet in unserem Fall also, dass wir ständig Dokumente hin- und herschicken müssen. Dank E-Mail, Skype und Facebook ist das alles gar kein Problem.
Sollte man meinen. So einfach war es dann aber doch nicht. Wenn Runa in einem Dokument auf Seite 46 in Zeile 21 ein Problem entdeckt hatte, hieß das noch lange nicht, dass sich bei mir an der gleichen Stelle eben dieses Problem finden ließ.
Dann ging also die Sucherei los. Wo, verdammt nochmal, ist denn diese …? Ah – da. Auf Seite 45 in Zeile 32.
„Wieso haben deine Seiten denn 32 Zeilen?“, fragte dann etwa Runa. „Meine haben nur 30.“
Die Suche konnte also gleich weitergehen. Wir verglichen Schrift und Schriftgröße, Seitenformat … Stimmte alles überein.
Der Tipp vom heimischen Fachmann war denn auch des Rätsels Lösung: Runa schrieb in Word, ich in Open Office. Passte nicht, klappte nicht, machte nur massig Arbeit. Also holte sich Runa ebenfalls Open Office, wir verglichen die Version.
Alles prima.

Und weiter ging’s. Eine ganze Weile, genauer: Flederzeit 1 und 2 lang.

Dann kam die Versuchung – und verzwirbelt nochmal – ging der Zirkus doch schon wieder los. Warum hatte Runas Dokument 490 Seiten, meines aber 550? Dieselbe Geschichte im gleichen Programm, die gleichen Einstellungen, alles, alles, alles.
Wieder rückte der familieneigene Fachmann an und gemeinsam machten wir uns auf die Suche.
Diesmal war es verzwickter, – und erst ein Versuch führte uns auf die richtige Spur: Wir kopierten die je erste, ja noch weitgehend übereinstimmende Seite aus Runas und aus meinem Dokument, legten sie aufeinander und hielten sie gegen das Licht. Siehe da … Die Ränder stimmten perfekt überein. Was nicht stimmte, war die Schriftgröße.
Fakt war schlicht : Runas Garamond 10 war kleiner als mein Garamond 10.
Wie konnte das sein, um Himmels willen, wie gab es denn so was?
Flederzeit I und II hatten wir in Palatino Linotype geschrieben – und die stimmten bei Runa und mir völlig überein. Nur dieses Garamond, gewählt, weil es ein wenig kleiner war, schlanker, um die Seitenzahl nicht explodieren zu lassen, tanzte plötzlich aus der Reihe.

Nun ja. Das Problem ist inzwischen behoben, und wir wissen nun, Garamond gibt es in vielen Versionen. Alle Schriften gibt es in vielen Versionen und es war eher Zufall, dass wir bisher immer die gleiche hatten.
Sollte dieses Problem nochmal auftauchen, wissen wir ja Bescheid. Harren wir also der neuen Herausforderungen, die noch auf uns lauern. Die knacken wir auch, wetten?

Alles klar? Na, dann dasselbe aus Runas Feder. Viel Spaß!

Man ahnt es ja nicht

Wir tun es, weil wir es lieben – zu zweit zu schreiben.
Eine Geschichte gemeinsam zu erdenken, sie auszubrüten und Wort für Wort Gestalt annehmen zu lassen.
Auch das, was danach kommt, nachdem die Geschichte an sich lange fertig ist, macht zu zweit viel mehr Spaß – oder zumindest nur halb so viel Mühe.
Korrigieren, kritisieren, verbessern, ihr den letzten Schliff verpassen …
Ja, und dann geht es an den Satz.
„Äh – warum hast du 550 Seiten, während es bei mir nur 490 sind?“
Okay, Schriftgröße, Absatz, Ausrichtung, Seitenvorlage, Ränder …
„Gibt es noch was? Da gibt es doch nichts mehr!“
Nein, wir haben auch die versteckteste Zahl überprüft: Alles identisch.

WIE KANN DAS SEIN???

Jaaaaa. Wir sind wieder einmal – und wieder einmal mit Hilfe von Marias Mann, 1000 Dank an dieser Stelle! – klüger geworden.
Garamond war schuld.
Genauer: unsere Ent-Zweiung an diesem Punkt. Maria hat nämlich ein anderes Garamond als ich gehabt. Ein größeres, wie es scheint. Während sich meines platzsparender gegeben hat.
Nach langwierigen Nachforschungen sind wir darauf gekommen – und nebenbei auch noch darauf, dass Times New Roman bei Maria größer als Garamond war, bei mir aber kleiner, aber nur ein klein wenig auseinanderdriftete, während Palatino Linotype ganz genau identisch war.

Ab sofort werde ich immer in ehrfürchtiger Geduld ausharren, während mein Computer in bedächtigem Tempo ein Dokument öffnet – denn er verrichtet Schwerstarbeit in dieser Zeit: Er zieht sich die erforderliche Schrift aus dem zugehörigen Font-Ordner und kreiert damit jeden einzelnen Buchstaben des Dokumentes. Jedes Mal von Neuem.
Marias Computer wird ab heute mein Garamond dafür benutzen. Und dadurch ein Dokument erschaffen, das ganz genau so viele Seiten hat wie meines und auch auch in jeder Zeile dieselben Wörter.
Und damit wird es uns auch gemeinsam gelingen: unser Buch in 500 wohlgesetzte Seiten zu verwandeln – und dies rechtzeitig zu unserer Lesung im November in Händen zu halten!